Im Nordosten der deutschen Hauptstadt, etwa 15 Kilometer vom Zentrum entfernt, leben im Bezirk Hohenschönhausen etwa 114 Tausend Einwohner. Der Ostberliner Bezirk wurde 1985 gegründet, nachdem die DDR-Regierung beschlossen hatte, mit einem gigantischen Bauprogramm die Wohnsituation in der damaligen Hauptstadt zu verbessern.
Auf der grünen Wiese entstanden 30 Tausend Wohnungen, zumeist in fünf- bis sechs- oder elfgeschossiger Bauweise. Viele junge Familien, gut ausgebildete Fachleute zogen nach Hohenschönhausen.
Das Neubaugebiet, erstreckt sich wie vier Blättchen eines Glücksklees um die Kreuzung zwischen Falkenberger Chaussee und der Bahnstrecke nach Wartenberg. Heute prägt die Großsiedlung mit ihrem hohen Anteil an jungen Menschen und vor allem an Kindern und Jugendlichen zwischen 11 und 18 Jahren das Bild des Bezirks. In ihrem Wohnumfeld hat sich in den vergangenen Jahren vieles verändert, neue Schulen wurden errichtet, Spiel- und Sportplätze erneuert. Der Bezirk befindet sich in der günstigen Lage, über ein ausgedehntes Netz von Jugendfreizeiteinrichtungen und dezentralen Kultureinrichtungen, wie Bibliotheken, Galerien und Studios zu verfügen, die kostenlose oder preiswerte Angebote für kreative künstlerische, sportliche oder technisch orientierte Freizeitgestaltung bieten.
Das "Sportforum" im Bezirk - u.a. Trainingsstätte des erfolgreichen Berliner Eishockeyteams "Eisbären" - hat weltbekannte Sportler und Sportlerinnen hervorgebracht, im Schwimmsport, Eisschnellauf oder Turnen.
Wenn Hohenschönhausen auch ein moderner, junger und aufstrebender Bezirk ist, so verfügt er gleichwohl über historische Wurzeln und kulturelle Traditionen, die bis ins Mittelalter zurück reichen. Zum Bezirk gehören auch drei aus dem 13. Jahrhundert stammende Dörfer, die bereits 1920 nach Berlin eingemeindet worden sind. Sehenswert ist der noch erhaltene Rest des alten Hohenschönhausener Dorfkerns mit der mittelalterlichen Dorfkirche, dem ältesten Gebäude des Bezirks, mit der ehemaligen Dorfschule und dem restaurierungsbedürftigen Schloß auf der Nordseite der Hauptstraße.
Charakteristisch für den Bezirk ist das Nebeneinander der ausgedehnten Neubaugebiete, der Altbaugebiete mit den zum Teil rekonstruierten Häusern aus der Zeit der Jahrhundertwende an der Konrad-Wolf-Straße, den drei an der Peripherie gelegenen Dörfern und den zahlreichen städtischen Einfamilienhaussiedlungen, die sich auch um den Obersee und den Orankesee mit ihren attraktiven Parks, dem Strandbad und dem historischen Wasserturm gruppieren.
Hier befindet sich auch das das Mies-van-der-Rohe-Haus, ein von Ludwig Mies van der Rohe in den dreißiger Jahren für den Verleger Lemke entworfenes backsteinernes Landhaus mit großzügigem zum Seeufer hin abfallendem Garten. Es war sein letztes Bauwerk in Berlin, bevor er 1938 in die USA emigrierte. Seit 1990 ist das Denkmal als kommunale Ausstellungsstätte für zeitgenössische Kunst öffentlich zugänglich. Kunstliebhaber und Architekturtouristen aus der ganzen Welt besuchen das Mies-van-der Rohe-Haus.
Die Wirtschaft Hohenschönhausens wird bestimmt von mittelständischer Industrie und Handwerk; die bedeutendsten Betriebe sind die Schultheiss-Brauerei und die Coca-Cola-Abfüllanlage, eine der größten in Europa.
Hohenschönhausen strebt gemeinsam mit den Bezirken Hellersdorf, Marzahn und Lichtenberg einen Wirtschaftsverbund "Stadtraum Ost" an, um die Entwicklung von Industrie und Gewerbe voranzubringen und Arbeitsplätze zu schaffen. Zur Verbesserung der Infrastruktur entstanden mehrere Einkaufszentren, wie das Linden-Center am Prerower Platz. Am Eingang in den Bezirk an der Konrad-Wolf-Straße ist das "Hohenschönhausener Tor" mit Wohnhäusern, Büros und Geschäften gebaut worden. Die Südseite des alten Dorfkerns wird neu aufgebaut und heißt "Storchenhof". Die größte Baustelle im Bezirk ist die "Weiße Taube" an der Landsberger Allee. Wo die 1500 geplanten Wohnen zum großen Teil fertiggestellt sind.
Grün zieht sich durch den gesamten Bezirk, von den Parkanlagen am Ober- und Orankesee über die Siedlungen am Malchower Weg, die 17 Kleingartenanlagen, die Höfe und Plätze in der Großsiedlung bis hin zum Malchower See und zu den Naturschutzgebieten "Malchower aue", "Wartenberger/Falkenberger Luch", Falkenberger Rieselfelder" in der Feldmark, die zur Parklandschaft Barnim gehören.
Als Symbol für Hohenschönhausen mag auch Adebar gelten, denn alljährlich brüten in Malchow und Falkenberg Weißstorchpärchen.
An den Stadtrand Berlins, an den Rand des Dorfes Falkenberg wird zu Beginn des neuen Jahrtausends das Berliner Tierheim ziehen, zur Zeit werden der Neubau und der Umzug von Lankwitz geplant. Mit diesem Reservoir an Natur und freiem Landschaftsraum stellt der Bezirk einen nicht unwichtigen Teil der "Grünen Lunge" Berlins dar.